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Die Geschichte der Explosionsschutz-Zertifizierung bie der KEMA Quality B.V.
von Erik Folgering
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Am 1. November 2009 erreichten die sorgfältigen und intensiven Bemühungen, die Zukunft von KEMA Quality zu sichern, mit der Übernahme durch die DEKRA ihr Ziel. Der Keim, der 1927 mit der Gründung von NV KEMA (Keuring van Elektrotechnische Materialen; ›Gesellschaft zum Testen von elektrischen Betriebsmitteln‹) gelegt wurde, wuchs in mehr als 80 Jahren zu einem großen Baum, dessen Zweige weltweit reichen in Form von KEMA Unternehmensbereichen. Der Fleck, auf welchem der Baum steht, wurde von der DEKRA gekauft, als Basis zur Erweiterung ihrer Tätigkeiten im Bereich der Produkt- und Systemzertifizierung, basierend auf den Wurzeln von KEMA Quality. Wichtiger Teil dieser Wurzeln war schon immer die Beurteilung und Zertifizierung von explosionsgeschützten Betriebsmitteln.
Die Geschichte von KEMA
Von der Forschung zur Beratung
KEMA wurde 1927 in Arnheim als Prüfstelle für die niederländische Elektroindustrie gegründet. Ursprünglich war der Name nur eine Abkürzung für den vollständigen niederländischen Namen der Firma, inzwischen stehen die Buchstaben K-E-M-A für viel mehr als nur für die Prüfung von elektrischen Betriebsmitteln. Bis vor kurzem waren die Sicherheitsprüfung und Zertifizierung von elektrischen Betriebsmitteln Teil der Kernaktivitäten der KEMA, inzwischen bietet die weltweit aktive Firma eine Vielzahl von unabhängigen Forschungs- und Beratungsdiensten über ein internationales Netzwerk an Niederlassungen und Vertretungen an. Fast alle der von KEMA angebotenen Dienstleistungen beinhalten Risikominimierung, zum Beispiel durch die Reduzierung von Fehlern und Verlusten bei der Datenübertragung oder durch die Überwachung von Umstrukturierungsprojekten hinsichtlich der Energie-Infrastruktur überall auf der Welt. Aber auch durch die Prüfung von Hochspannungseinrichtungen und die Durchführung von Kurzschlussprüfungen im größten Kurzschlusslabor der Welt. Ebenso zeigen die Untersuchungen der Qualität von Mobilfunknetzen, das Prüfen von Geräten in Bereichen mit erhöhtem Explosionsrisiko und die Feststellung der verbleibenden Nutzungsdauer von Hochspannungsleitungen, Hochspannungsmasten usw. den Einsatz von KEMA zur Gefahrenreduzierung.
Der Bedarf an Prüfungen
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nahm der Bedarf an elektrischer Energie in den Niederlanden rapide zu. Daraus resultierte ein nationales Elektrifizierungsprogramm und die Entstehung einer neuen Industrie: der Elektrotechnik. Überall im Land entstanden Fabriken und Werkstätten, die Kabel und Bauteile für die stetig wachsenden Stromversorgungsnetze herstellten. Einige der Produkte der neuen Industrie waren allerdings unzuverlässig im Gebrauch – die unvermeidliche Konsequenz aus Wissenslücken und den damit zusammenhängenden Qualitätsschwankungen. Die Organisation, die die Stromerzeuger zu dieser Zeit repräsentierte – VDEN – erkannte den Bedarf von Prüfungen für Hochspannungseinrichtungen und gründete 1924 eine eigene Testabteilung. Die Nachfrage nach Prüfungen wuchs so rapide, dass nur drei Jahre später entschieden wurde, dass die Testabteilung von VDEN eine unabhängige Organisation werden sollte. So wurde 1927 NV tot Keuring van Elektrotechnische Materialen (›Gesellschaft zum Testen von elektrischen Betriebsmitteln‹), schnell bekannt unter dem Akronym ›KEMA‹ gegründet. Die Gründer von KEMA waren Provinzbehörden und große Kommunalbehörden mit eigenen Elektrizitätsversorgungsunternehmen sowie eine Anzahl von privaten Stromerzeugern. Sitz des neuen Unternehmens wurde ein Nebengebäude des Hotel Bellevue im Utrechtserweg, einer der Hauptdurchgangsstraßen von Arnheim.
Weltbekanntes Labor für Kurzschlussprüfungen
Mit der Entwicklung der Infrastruktur für Elektrizität in den Niederlanden entwickelte sich auch KEMA. 1930 entschieden die Aktionäre ein Labor für Kurzschlussprüfungen zu bauen, so dass Prüfungen mit Hochspannung durchgeführt werden konnten. Dafür wurde ein früherer Landsitz am Stadtrand von Arnheim namens Den Brink von Baron Van Pallandt gekauft, welcher bis heute ein Teil des KEMA-Komplexes ist. Die Bauarbeiten wurden im Sommer 1933 begonnen und kurz darauf abrupt gestoppt, da das Ministerium für Verkehr, Hoch- und Tiefbau und Wasserwirtschaft wünschte, dass KEMA in der Nähe der Technischen Universität von Delft angesiedelt würde. Es dauerte weitere drei Jahre bis die Bauarbeiten fortgesetzt werden konnten und 1938 wurde der Komplex – ein Labor, Werkstätten und Lagerräume – schließlich von Prinz Bernhard (der Niederlande) eröffnet. Die Kapazität der Einrichtung wurde 1939 verdoppelt, als auch mit dem Bau eines Labors für Forschung & Entwicklung begonnen wurde.
Zweiter Weltkrieg
Mit dem Ausbruch der Feindseligkeiten in Europa gab es eine Verschiebung der Schwerpunkte bei KEMA. 1939 richteten die Forscher ihr Augenmerk auf die Entwicklung von Fahrzeugbeleuchtungen, die man von der Luft aus nicht leicht sehen konnte, und auf die Aufarbeitung von Schweröl aus Kraftwerken. Die Besetzung der Niederlande durch Deutschland im darauf folgenden Jahr stoppte neue Investitionen. Für einige Zeit arbeitete KEMA trotzdem wie zuvor, wenn auch unter der Leitung eines deutschen Beamten. Untersuchungen wurden z.B. zur Vorbereitung einer Hochspannungsleitung zwischen Dordrecht-Rotterdam und Leiden-Den Haag betrieben. Materialengpässe führten allerdings dazu, dass die Aktivitäten reduziert wurden und die Kontakte zu vielen Teilen der Welt unterbrochen wurden. Gegen Ende des Krieges, als die deutsche Armee versuchte, den Vormarsch der alliierten Truppen aufzuhalten, wurden die KEMA-Gebäude durch die Besatzungsarmee requiriert. Das Gelände wurde befestigt und die Gebäude von den Deutschen als Kasernen benutzt . Als der Frieden wieder hergestellt war und KEMA zurückkehrte, waren die Gebäude sehr beschädigt und die Ausrüstung verschwunden. Nach dem Krieg erholte sich KEMA schnell, schon 1947 gab es mehr Arbeit als vor dem Krieg. Internationale Kontakte wurden wieder aufgenommen und 1946 nahm KEMA am ersten Kongress des immer noch aktiven CIGRE (Conseil International des Grands Réseaux Electriques) teil.
Erweiterung des Labors
1952 feierte KEMA das 25-jährige Bestehen mit der Eröffnung des wieder aufgebauten Labors durch den Finanzminister Pro-fessor J. Zijlstra. Alle Schäden durch den zweiten Weltkrieg waren beseitigt. Weiterer Ausbau des Labors und die Erhöhungen der Kurzschlussleistung folgten rasch aufeinander, bis KEMA im Jahr 1968 das größte Kurzschlusslabor der Welt besaß. Aber die Nachfrage nach Prüfungen mit noch höheren Strömen wuchs. 1969 wurde deshalb mit der Konstruktion eines komplett neuen Labors begonnen, welches heute noch als größtes Kurzschlusslabor der Welt gilt. Die Prüfungseinrichtungen von KEMA können höhere Ströme generieren als jedes andere vergleichbare Labor der Welt. Vier Generatoren bieten eine zusammengeschaltete Leistung von 8400 Megavoltampere.
KEMA-KEUR
Das KEMA-KEUR Kontrollzeichen (Bild 1), ein Synonym für Sicherheit, kennt in den Niederlanden fast jeder. Entgegen der allgemeinen Vermutung ist die Teilnahme an dem berühmten Qualitätskontrollsystem für Elektrogeräte freiwillig. Seit 1924 dient das System dazu, aufzuzeigen, dass Bauteile und Endprodukte sachgemäße Sicherheitsprüfungen, basierend auf internationalen Standards, bestanden haben. Das KEMA-KEUR-Zeichen versichert dem Konsumenten, dass ein Produkt sicher ist. Durch die europäische Integration sind Unterschiede zwischen nationalen Organisationen zur Qualitätsprüfung entfallen. Bemerkenswerterweise ist jedoch KEMA-KEUR immer noch ein wichtiges Auswahlkriterium für Konsumenten und ein ebenso wichtiges Marketinginstrument für Produzenten. Zusammen mit den Schwesterorganisationen bietet KEMA Quality überall auf der Welt Dienstleistungen im Bereich Prüfung und Zertifizierung – Dienstleistungen, die nicht mehr auf Haushaltsgeräte beschränkt sind. Systeme zur Prüfung und Zertifizierung wurden von KEMA Quality für Organisationen, Geschäftsbetriebe und Privatpersonen entwickelt, ebenso für Endprodukte und Halbfabrikate.
Atomenergie
KEMA spielte eine führende Rolle in der Atomindustrie der Niederlande. In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts spielten die Niederländer eine führende Rolle in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. KEMA war an dem Bau der Versuchsanlage in Dodewaard beteiligt und an zahllosen anderen nationalen und internationalen Projekten. Seit Mitte der 90er arbeiten die Atomspezialisten von KEMA für NRG, einem Joint Venture von ECN und KEMA. Prinz Bernhard eröffnete 1958 das Kernphysiklabor von KEMA. Nach Dodewaard baute KEMA einen weiteren Versuchsreaktor (den KEMA Suspension Test Reactor) auf eigenem Gelände. Am 22. Mai 1974 wurde der Reaktor erfolgreich in Betrieb genommen und lieferte den Beweis dafür, dass das Konzept von KEMA eine sichere Möglichkeit der Kernenergieerzeugung ist. Änderungen in der niederländischen Kernenergiepolitik führten 1977 zur Beendigung des Projekts. Nach Jahren sorgfältiger Demontage war das ehemalige Reaktorgebäude 2003 schließlich aus dem KEMA Business Park in Arnheim verschwunden.
Explosionsschutz – die frühen Jahre
Von Anfang an war die Überprüfung der Explosionssicherheit Teil der KEMA-Aktivitäten; das Unternehmen unterstützte die niederländischen Minen, als diese vermehrt elektrische wie auch nichtelektrische Betriebsmittel in den schlagwettergefährdeten Bereichen der Kohleminen in der südlichen Provinz Limburg nutzten. Als unabhängiges Institut war KEMA eine willkommene Ergänzung zu der eigenen zentralen Prüfstation der Minen (›Centraal Proefstation‹), welche 1929 in Treebeek, im Herzen der Bergbauindustrie, gegründet wurde. Ein Höhepunkt war die Eröffnung des Labors für explosionsgeschützte Geräte (›Laboratorium voor ontploffingsmaterialen‹) am 19. Oktober 1958 durch (wieder einmal) Prinz Bernhard (Bild 2). 1973 wurde die letzte der niederländischen Staatsminen Emma geschlossen, womit die Ära von Kohlebergwerken in Staatsbesitz, welche zur Jahrhundertwende begonnen hatte, zu Ende ging. Im Norden der Niederlande wurden große Menge an Gas entdeckt, die Provinz Groningen versorgte mehr und mehr niederländische Haushalte mit dieser komfortableren Energie. Das Geschäft mit dem Explosionsschutz schien zu stark vom Kohlebergbau abzuhängen und wurde für fast zwei Jahrzehnte eingestellt.
Organisation und Reorganisation
Als das Nutzendenken durch das Marktprinzip verdrängt wurde, wurde KEMA ein selbstständiges Unternehmen. Das jährliche Forschungsbudget, das die Energieversorger der Organisation bislang zur Verfügung gestellt hatten, stand jetzt unter Druck, wodurch KEMA sich immer mehr auf den Markt ausrichten musste. Zunächst war das Unternehmen damit sehr erfolgreich. Es wurden Gewinnzuwächse von über 10% pro Jahr verzeichnet und 1992 brachte die Aufteilung in Geschäftsbereiche der Organisation neuen Aufschwung. Der Einfluss der Marktgegebenheiten auf den niederländischen Energiesektor führte jedoch zu einer nachlassenden Nachfrage. Die Strominfrastruktur war ausreichend vorhanden und die Ära des Neubauens und des Erweiterns fand ein Ende. 1995 wehte ein neuer Wind und die Rentabilität nahm ab. Obwohl KEMA neue Märkte eroberte und Aufträge aus dem Ausland bekam, reichte das damit erzielte Ergebnis nicht aus, um die auf dem heimischen Markt erlittenen Verluste auszugleichen. Zuletzt sah sich das Unternehmen gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen. Im November 1996 musste KEMA zum ersten Mal in ihrer siebzigjährigen Geschichte hundert Mitarbeitern mitteilen, dass ihre Stellen abgebaut würden.

- Bild 4: Teilnehmer der Konferenz der Prüfstellenleiter (HOTL) bei KEMA (Oktober 1995)
Neue Herausforderungen
Die 90er Jahre waren durch einen abnehmenden staatlichen Einfluss in vielen Bereichen gekennzeichnet. Staatliche Regelungen wurden abgebaut, die Details in der Praxis wurden den einzelnen Organisationen und den diese Organisationen vertretenden Instanzen überlassen. Bei diesen Veränderungen spielte KEMA eine aktive Rolle als Partner, Berater, Wissenszentrum und unabhängige Kontrollstelle. Zugleich begann KEMA mit der Erweiterung des Tätigkeitsbereichs auf Gebieten außerhalb der elektrotechnischen Industrie und richtete sich auf einen breiteren, weltweiten Markt aus. Telekommunikation, Umweltmanagement, Qualitätssicherung, Stromerzeugung und -verteilung sind nur einige Bereiche, in welchen KEMA über große Fachkenntnisse verfügt und die stark nachgefragt werden. Heutzutage ist das Unternehmen in all diesen Bereichen tätig, nicht mehr nur auf dem vertrauten und geschützten heimischen Markt, sondern auf dem gesamten liberalisierten europäischen Binnenmarkt.
Fachkompetenz von Außen
Durch die Liberalisierung und die wachsende Konkurrenz richten die Energieunternehmer sich mehr auf den Markt aus, als auf die Technik. Die Technik ist natürlich immer noch wichtig, aber ihr Wert muss mehr denn je in den finanziellen Ergebnissen zum Ausdruck kommen. Daher muss KEMA in der Lage sein, die finanzielle Bedeutung von Technologie transparent zu machen und aufzuzeigen, wo und wie die Prozesseffizienz und die Produktivität gesteigert werden können. KEMA tritt auch immer öfter als unabhängiger Qualitätsüberwacher, Gutachter und Projektmanager auf. Da die Energieunternehmen weniger Fachkenntnis im eigenen Haus behalten und stattdessen Aufgaben an Dritte vergeben, wächst ihr Bedarf an Dienstleistungen von unabhängigen Außenstellen.
Wiederbelebung des Explosionsschutzes bei KEMA Quality B.V.
Am Anfang der 90er Jahre, nach einer Überprüfung der Nachfrage in der niederländischen Industrie nach unabhängigen Beurteilung von Explosionsgefahren hinsichtlich der eingesetzten Betriebsmittel, wurde es für sinnvoll erachtet, die Aktivitäten von KEMA in diesem Bereich wieder aufleben zu lassen. Somit reagierte KEMA auf die Nach-frage der nationalen Industrie nach einer Zertifizierungsstelle in ihrer Nähe und bot damit eine Alternative zu den etablierten Stellen wie BASEEFA, PTB oder ISSeP. Das erste – national anerkannte – Zertifikat wurde an Single Buoy Moorings für ein 15kV Drehgelenk ausgegeben. Bis heute ist SBM ein Kunde von KEMA Quality. 1992 wurde KEMA Quality eine zugelassene Zertifizierungsstelle, zugelassen vom Dutch Accreditation Council (›Raad voor Accreditatie‹ – niederländische Zulassungsbehörde) nach EN 45011, ›Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Produktzertifizierungssysteme betreiben‹. Die erste Konformitätsbescheinigung für die Zündschutzart Eigensicherheit wurde am 3. Juni 1992 für Foxboro erstellt (Bild 3). Nach und nach wurden die Prüfeinrichtungen wieder aufgebaut, ein Funkenprüfgerät wurde in Kooperation mit Gasunie erstellt – jetzt war KEMA wieder an der Förderung von Gas in Groningen beteiligt. Weitere Prüfeinrichtungen für Explosionsschutzprüfungen folgten, am Anfang wurden dafür die Bunker des zweiten Weltkriegs genutzt.
Aktivitäten in Asien
Seit dem Wiederaufleben des Explosionsschutzes bei KEMA Quality hatte Japan eine besondere Stellung. Die Niederländer und die Japaner haben traditionell enge Handelsbeziehungen. Und 2009, genau 400 Jahre nachdem die Niederlande als erste und einzige ausländische Nation einen Handelsposten in Japan aufgebaut hatten, (zugegebenermaßen nicht auf der Hauptinsel sondern auf einer kleinen Insel im Hafen von Osaka) eröffnete KEMA Quality dort ein Büro für Explosionsschutz – welches kurz darauf durch einen Medizinbereich erweitert wurde. Seitdem kann das langjährige Japangeschäft KEMAs in eigener Sprache betrieben werden – in japanischen Schriftzeichen und in technischer Hinsicht, da unser Geschäftsführer sehr viel Erfahrung im Explosionsschutz besitzt und auch ausgezeichnete Beziehungen zum japanischen JEMIMA- Netzwerk (›Japan Electric Measurement Instruments Manufacturers‘ Association‹ – Japanischer Verband der Hersteller von elektrischen Messgeräten) und der nationalen Zertifizierungsstelle TIIS (›Technology Institution of Industrial Safety‹ – Technologisches Institut für industrielle Sicherheit) hat. Diese Verbindungen mit Japan wurden Anfang der 90er Jahre aufgebaut, als die Gastfreundschaft der Japaner zu KEMA über geschäftliche Treffen und Unternehmensbesuche hinaus ging. Die Yokogawa Research Institute Corporation wurde einer der ersten Subunternehmer von KEMA.
Internationale Verbindungen
Verbindungen ins Ausland waren nicht auf Japan beschränkt. Seit Mitte der 90er Jahre wurden Partnerschaften aufgebaut, speziell auf dem Nordamerikanischen Markt (beidseitig!). Die gegenwärtigen Verbindungen mit CSA und FM datieren aus dieser Zeit, als das gegenseitige Interesse, den Kunden die Dienstleistungen des jeweils anderen anzubieten, zu Kooperationen führte, von denen seitdem viele Kunden profitiert haben. Über die Jahre folgten einige weitere Institutionen und Labore, die gute Partner im wachsenden internationalen Geschäft wurden. TIIS (Japan), KTL (Korea), CQST (China) und kürzlich NCC (Brasilien) und KOSHA (Korea) sind einige Partner.
Richtlinien und Zertifizierungssysteme
Viele Grundlagen der gegenwärtigen Prüfungs- und Zertifizierungswelt auf dem Gebiet der Betriebsmittel für explosions- gefährdete Bereiche wurden im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts entwickelt. Die Leiter der Prüflabore, welche im Oktober 1995 bei der KEMA zusammenkamen (Bild 4), arbeiteten auf der Basis der Europäischen Richtlinie 94/9/EG auch ATEX 95 genannt. Ein paar Jahre später folgte die IEC mit einem eigenen, weltweiten Zertifizierungssystem IECEx Scheme. KEMA Quality hat beide Aktivitäten intensiv unterstützt und einen Beitrag zu beiden geleistet, ebenso wie zu der Erarbeitung nationaler und internationaler Normen in NEC 31 beziehungsweise CENELEC TC31. Als nationaler Wegbereiter für das aktuelle IECEx03 Service Facilities Scheme war KEMA daran beteiligt eine Reparatur- und Überholungs-Leitlinie zu erstellen und auf Basis dieser Leitlinie in den Niederlanden zu schulen. Diese Erfahrung war mit einem Grund dafür, dass KEMA nun führend darin ist, das IECEx03 System weltweit anzubieten.
Aktuelle Tätigkeiten
Als Teil der DEKRA Zertifizierungsgruppe ist KEMA Quality hauptsächlich für den Dienstleistungsbereich ›Produktzertifizierung‹ zuständig, und das Unternehmen spielt auch eine bedeutende Rolle bei der Zertifizierung von Managementsystemen. Einer der Hauptgeschäftsbereiche ist immer noch der Explosionsschutz. KEMA Quality und DEKRA EXAM werden in diesem Geschäftsbereich eng zusammenarbeiten, beide Unternehmen bleiben aber autonom unter dem Dach der DEKRA. Seit seiner Wiederbelebung im Jahr 1990 ist das Explosionsschutzgeschäft von KEMA Quality bezüglich der Größe, der Zahl der Geschäftsbereiche und des Marktzugangs ständig gewachsen. Das Unternehmen war beteiligt an der Entwicklung der RL 94/9/EG und den IECEx02 und -03-Regeln. Gegenwärtige zusätzliche Dienstleistungen betreffen die Funktionssicherheit – ein Bereich, der in Kürze ausgeweitet werden soll durch die IECEx04 und -05-Regeln, die das Lizenzverfahren des IECEx-Zeichens bzw. den Befähigungsnachweis für Personal regeln. Traditionell bietet KEMA Quality nicht nur Explosionsschutzprüfungen von Produkten an, sondern auch verwandte Dienstleistungen im Bereich EMV-Prüfung und Zertifizierung von elektrischer Sicherheit, auch gemäß der Maschinenrichtlinie. Diese Fachgebiete wachsen nun unter dem Dach der DEKRA, alle haben mit Explosionsschutz zu tun – und da die DEKRA weiß, wie KEMA weltweit gearbeitet hat, wird der Explosionsschutz bei KEMA Quality weiterhin in gewohnter Weise fortgeführt werden. Eine der ersten Reaktionen, die der Autor dieses Artikels vor einigen Jahren von einem Mitbewohner erhielt, als er diesem mitteilte, dass er bei KEMA arbeiten würde, war: ›Aha, das ist dort, wo es immer knallt!‹ Dies ist also der Eindruck, den KEMA auf die Welt um sich herum macht – obwohl KEMA ohne den Lärm eigentlich erfolgreicher ist.
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