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Bauart, Prüfung, Zertifizierung, Installation und Wartung

von elektrischen Geräten in explosionsgefährdeten Bereichen in Indien
von Wolfgang Berner, Ashwini Bondale und Manikandan Parthasarathy

Bauart, Prüfung, Zertifizierung, Installation und Wartung

In den letzten Jahrzehnten wurde viel zur weltweiten Harmonisierung der Normen für den Explosionsschutz getan, speziell bei der Klassifizierung von explosionsgefährdeten Bereichen und bezüglich den Anforderungen an die Bauart und Prüfung von Geräten und den Anforderungen an Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen. In Indien aber gibt es immer noch wesentliche Unterschiede zwischen der Normung der Internationalen Elektrotechnischen Kommision (International Electrical Commission – IEC) und dem indischen System in den Bereichen Bauart, Prüfung und Installation. Das ist für internationale Hersteller und Endverbraucher eine schwierige Situation.
Dieser Bericht soll einen Überblick über die Gesetze und Normen geben, die derzeit für die Prüfung, die Zertifizierung, die Installation und die Wartung von explosionsgeschützten Geräten in explosionsgefährdeten Bereichen in Indien gültig sind. 
Er informiert auch über die grundsätzlichen Voraussetzungen und Vorgehensweisen für Importeure, die eine CCoE (Chief Controller of Explosives) Produktzulassung durch die PESO (Petroleum and Explosion Safety Organization) benötigen und über die Herausforderungen, die dieses System bereit hält. 

Die folgenden Themen werden in diesem Bericht angesprochen:

  • Produktgesetze und Normen
  • Produktprüfung und -zertifizierung
  • Produktkonformitätsbewertung
  • Produktzulassung – Gesetze und Vorschriften
  • Produktauswahl, -installation und -wartung
  • Unterschiede zu und Anpassung an internationale Regeln, Normen, Prozesse und Vorgehensweisen (ISO, IEC, NEC und CEC)

Standardisierung auf dem Gebiet Explosionsschutz

Indische Normenorganisation Bureau of Indian Standards (BIS)

Die Wurzeln des Bureau of Indian Standards (BIS) reichen zurück bis vor die Zeit der Unabhängigkeit. Während dieser Zeit waren Aktivitäten in Richtung Normung eher sporadisch und auf wenige Regierungsorganisationen begrenzt. Heute ist das BIS, gegründet 1986 mit dem Bureau of Indian Standards Act, die Institution, die den nationalen ›Code‹ festlegt. Das wichtigste Ziel ist ein einheitliches Vorantreiben der Normierungsaktivitäten, Qualitätszertifizierung von Gütern und Dienstleistungen und deren Kennzeichnung.

Die Entwicklung von Normen 
Die Entwicklung der Vorschriften innerhalb des BIS wird in 14 Abteilungsgremien durchgeführt, von denen jedes für einen entsprechenden Bereich – Engineering/ Wissenschaft/ Technik – verantwortlich ist. Das Gremium für Elektrotechnik (ETDC – Electrotechnical Division Council) ist unter anderem verantwortlich für die Normung im Bereich der elektrischen Energieerzeugung, Übertragung und Verteilung, Isoliermaterial, Geräte der Mess- und Regelungstechnik und für Primär- und Sekundärbatterien. Die Arbeit des ETDC wird in 37 Sektionalausschüssen durchgeführt. Die Hauptaufgabe eines Sektionalausschusses ist die Entwicklung und systematische Überarbeitung der indischen Normen auf ihrem jeweiligen Gebiet. Einer der Sektionalausschüsse des ETDC ist der Ausschuss ET 22 – ›Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche‹. Der Aufgabenbereich des ET 22 ist es, Leitlinien und Anforderungen an elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen, in denen möglicherweise zündfähige Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten oder Stäube vorhanden sind, zu formulieren. Dies beinhaltet auch die Zoneneinteilung, die Bauart, den Bau und die Prüfung von explosionsgeschützten Betriebsmitteln und die Geräteauswahl sowie die Errichtung, Prüfung, Wartung, Reparatur und Instandsetzung von Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen. Der Ausschuss ET 22 hat grundsätzlich entschieden, die nationalen Normen den entsprechenden internationalen Normen weiter anzupassen. Deshalb ist die indische Normung eng an die weltweit gültige Normung der Internationalen Elektrotechnischen Kommision angelehnt. ET 22 nimmt an den Normungsaktivitäten auf der internationalen Ebene teil. Indien ist ein aktives Mitglied des Technischen Komitees TC31 der IEC, ›Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche‹. 

Normen für elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche 
Eine Liste der wichtigsten aktuell veröffentlichten Normen, welche von ET 22 erarbeitet wurden, sind in Tabelle 4 zusammengestellt. 

Internationale Vorschriften und Normen und ihre Bedeutung für Indien 
IEC ist die internationale Institution für die Entwicklung von Vorschriften und Normen für elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen. In Europa wird diese Rolle für elektrische Betriebsmittel von CENELEC übernommen. In den USA ist die Situation etwas anders. Hier beinhaltet der National Electrical Code NEC® der National Fire Protection Association (NFPA) sich der NEC (National Electrical Code) um die Installationsvorschriften und die Produktnormen werden von verschiedenen Organisationen festgelegt, wie z.B. Underwriters Laboratories (UL), International Society of Automation (ISA) und American National Standards Institute (ANSI). In weiten Teilen der Welt, einschließlich Indien, werden diese internationalen Bestimmungen und Normen in bestimmten Fällen für importierte explosionsgeschützte Betriebsmittel akzeptiert. Im Moment sind verschiedene indische Vorschriften und Normen für explosionsgeschützte Betriebsmittel sehr alt. Viele dieser Normen basieren auf veralteten IEC-Normen, britische Normen oder deutschen VDE-Normen, die in der Zwischenzeit des Öfteren verändert und aktualisiert wurden. In Europa gelten seit einigen Jahren die ATEX-Richtlinien 94/9/EG und 99/92/EG, und die CENELEC-Normen für explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel sind komplett mit den IEC-Normen harmonisiert. Dies führt zu der Situation, dass die BIS Normen nicht mehr mit dem Stand der internationalen Bestimmungen und Normen übereinstimmen. Deswegen entsprechen explosionsgeschützte Betriebsmittel, die gemäß indischer BIS Normen entwickelt, geprüft und zugelassen wurden, nicht mehr den Bedürfnissen des aktuellen internationalen Marktes. Dies bedeutet eine Herausforderung für indische Hersteller, welche ihre Betriebsmittel in Länder exportieren wollen, die nach dem aktuellen IEC-System arbeiten und ebenso für Importeure, die Betriebsmittel nach Indien importieren möchten. Die Produkte müssen für beide Systeme entwickelt, geprüft und zugelassen sein. Gegenwärtig werden verschiedene BIS Normen für explosionsgeschützte Betriebsmittel mit IEC-Normen harmonisiert, jedoch werden einige Normen, wie z.B. diejenige für die Auswahl und die Installation explosionsgeschützter elektrischer Betriebsmittel in explosionsgefährdeten Bereichen, mit einer Vielzahl an Veränderungen als indische Normen übernommen. Dies bedeutet für indische Hersteller und Betreiber einen Nachteil gegenüber internationalen Herstellern und Betreibern. Ein Beispiel ist, dass die IEC die Verwendung von Betriebsmitteln der Zündschutzart Erhöhte Sicherheit ›e‹ in gasexplosionsgefährdeten Bereichen der Zone 1 erlaubt, während dies gemäß BIS Norm nicht zulässig ist und die Anwendung der Zündschutzart Erhöhte Sicherheit auf die Zone 2 beschränkt. Dies führt zu höheren Kosten für die Betreiber bei der Installation und Wartung der Betriebsmittel, da druckfeste Betriebsmittel dort verwendet werden müssen, wo eigentlich Ex e Betriebsmittel verwendet werden könnten. Leider dauert bei den derzeitigen Vorgehensweisen und Prozeduren zur Erarbeitung von Normen innerhalb der BIS die Übernahme und gegebenenfalls Anpassung der IEC-Normen sehr lange.

Produktprüfung und -zertifizierung

Die Prüfung und Zertifizierung von explosionsgeschützten Geräten wird in Indien gemäß den entsprechenden indischen Normen unter Aufsicht des Bureau of Indian Standards durchgeführt. Die Prüfungen werden in einem der Testlabore durchgeführt, die vom Director General of Mines Safety (DMGS), Chief Controller of Explosive (CCoE) und BIS anerkannt sind: Central Institute of Mining & Fuel Research (CIMFR) in Dhanbad, Central Power Research Institute (CPRI) in Bangalore und Electronics Regional Testing Lab (ERTL) in Kolkata sind in Indien akkreditierte Testlabors, und haben Einrichtungen, um explosionsgeschützte Betriebsmittel in Indien zu prüfen und zu zertifizieren.

Im Fall, dass Produkte aus anderen Ländern importiert werden, gibt es in Indien verschiedene Vorgehensweisen. Um eine Zulassung für solche Produkte zu bekommen, muss das Material bei einem anerkannten Labor geprüft werden. Ein Übereinstimmungsbericht aus dem Ursprungsland solcher Produkte wird derzeit nicht akzeptiert. Für die CCoE-Zulassung werden Testberichte von ausländischen Prüflaboren berücksichtigt (siehe Absatz Produktzulassung). 

Konformitätsbewertung von Produkten 
Das Bureau of Indian Standards BIS ist befugt, Lizenzen für Hersteller auszugeben, so dass diese das Qualitätskennzeichen nach indischen Normen für explosionsgeschützte Betriebsmittel verwenden können. Dies wird geregelt durch die Verordnung ›Bureau of Indian Standards Act‹ von 1986 geregelt. Solch eine Herstellerlizenz wird nur für Betriebsmittel der Zündschutzart Druckfeste Kapselung und Eigensicherheit benötigt. Andere Zündschutzarten fallen nicht unter die BIS Qualitätslizenz und das Kennzeichnungssystem. Die BIS-Lizenz ist Voraussetzung, um die Produktzulassung der entsprechenden gesetzlich zuständigen Institutionen zu bekommen.

Produktzulassung – Gesetze und Vorschriften

Petroleum and Explosive Safety Organization 
Das Hauptziel der staatlichen Organisation Petroleum and Explosive Safety Organization (PESO) – vormals Department of Explosives – ist es, Personen und Sachen vor Bränden und Explosionen zu schützen. Die Organisation ist eine Behörde, welche mit der Verwaltung des Explosives Act 1884 (›Sprengstoffgesetz‹) und des Petroleum Act 1934 (›Erdölgesetz‹) sowie den Vorschriften, die gemäß dieser Gesetze ausgearbeitet wurden, betraut ist. Dies beinhaltet unter anderem die Reglementierung und Überwachung der Herstellung, den Import, den Export, den Transport, den Besitz, den Verkauf und die Verwendung von Sprengstoffen, Erdölprodukten und Gasen, wie in diesen Gesetzen vorgesehen, zu reglementieren und zu überwachen. Der Umfang und die Struktur der Gesetze ist im Folgenden kurz dargestellt. 

Sprengstoffgesetz von 1884 
1. Explosives Rules (Vorschriften für Sprengstoffe), 2008 
2. Gas Cylinder Rules (Vorschriften für Gasflaschen), 2004 
3. Static & Mobile Pressure Vessels (Unfired) Rules (Vorschriften für feststehende und mobile Druckbehälter, ohne zusätzliche Erwärmung), 1981 ohne zusätzliche Erwärmung 
4. Bescheid Nr. GSR 625(E) vom 07.08.1983 bezüglich der Herstellung von Acetylen 

Erdölgesetz von 1934 
1. Petroleum Rules (Vorschriften für Erdöl), 2002 
2. Calcium Carbide Rules (Vorschriften für Kalziumkarbid), 1987 
3. Cinematography Film Rules (Vorschriften für die Kinematografie), 1948 

Die grundlegenden Tätigkeiten der PESO bezüglich der oben genannten Gesetze und Vorschriften werden im Folgenden kurz beschrieben. 

Vorschriften für Sprengstoffe von 2008 
Die wichtigsten Aufgaben von PESO im Rahmen der Vorschriften für Sprengstoffe von 2008 beinhalten die Ausgabe von Zulassungen und Lizenzen für die Herstellung von Sprengstoffen, auf die Genehmigung von Sprengstoffen, deren Lagerung, Import/Export, Transport auf der Straße und auf die Verpackung von Sprengstoffen, etc., wobei sichere Vorgehensweisen und Methoden für die Herstellung der verschiedenen Sprengstofftypen einschließlich Werkzeugen, Betriebsmittel und Maschinen festgelegt werden. Die Organisation führt auch im Interesse der öffentlichen Sicherheit Untersuchungen von Unfällen im Zusammenhang mit Sprengstoffen durch und ebenso die Zerstörung von unbrauchbaren oder beschlagnahmten Sprengstoffen. Bei der Prüfung und Anerkennung von Lizenzen und Zulassungen führt PESO auch Abnahmen und Audits neuer Betriebsgelände durch und danach regelmäßige Prüfungen der lizenzierten und zugelassenen Betriebsgelände. 

Vorschriften für Erdöl von 2002 
Im Gesetz und in den Vorschriften wird Erdöl als flüssiger Kohlenwasserstoff definiert, bzw. als eine Mischung von flüssigen Kohlenwasserstoffen und jede zündfähige Mischung, die flüssige Kohlenwasserstoffe enthält. Die Aufgaben von PESO hinsichtlich der Verwaltung dieser Vorschriften beinhaltet die Zulassung von Raffinerien, Verarbeitungsanlagen für die Petrochemie, Öl und Gas, den Transport von Erdöl zu Wasser, zu Land und in Leitungen, druckfeste Betriebsmittel und andere Sicherheitsausrüstung für den Einsatz in Bereichen mit brennbaren Gasen. Hinzu kommt die Lizenzierung von Lagereinrichtungen und Tankfahrzeugen für den Transport auf der Straße, Tankflugzeugen und ebenso die Ausgabe von Zertifikaten, welche Gasfreiheit von Schiffen bestätigen, die mit Erdöl beladen sind, zum Anlegen an das Kai, zum Betreten durch Menschen oder für Arbeiten mit offener Flamme. Die Organisation führt Abnahmen dieser Betriebsgelände durch, um die Übereinstimmung mit den Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten. PESO ist derzeit mit der Regulierung von mehr als 300.000 Betriebsgeländen überall in Indien beschäftigt Die Zulassung durch den Chief Controller of Explosives (CCoE) ist für alle elektrischen Betriebsmittel, die in explosionsgefährdeten Bereichen errichtet werden, zwingend vorgeschrieben. Vorschrift 106 der Vorschriften für Erdöl von 2002 legt fest, dass jedes elektrische Betriebsmittel, das in explosionsgefährdeten Bereichen verwendet wird, eine CCoE-Zulassung benötigt. Die Zulassung solcher Betriebsmittel ist also auf solche Bereiche beschränkt, die unter die Zuständigkeit der Petroleum and Explosives Safety Organization fallen. Der Chief Controller of Explosives erlaubt die Verwendung von Betriebsmitteln der Zündschutzart Druckfeste Kapselung, Eigensicherheit und Vergusskapselung in durch Gase explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 1. Betriebsmittel in Zündschutzart ›n‹ (nicht funkend) und Erhöhte Sicherheit ›e‹ sind nur in Bereichen der Zone 2 erlaubt. 

Prozess für das Ausstellen einer CCoE-Zulassung für explosionsgeschützte Betriebsmittel 
Sowohl elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche, welche in Indien gefertigt werden, als auch Betriebsmittel, die in anderen Ländern gefertigt und nach Indien importiert werden, müssen eine CCoE-Zulassung besitzen, bevor sie verwendet werden. In Tabelle 1 wird das Vorgehen beschrieben, um eine CCoE-Zulassung für elektrische Betriebsmittel zu erhalten, die in Indien gefertigt werden sollen. In Tabelle 2 wird das Vorgehen beschrieben, um eine CCoE-Zulassung für elektrische Betriebsmittel zu erhalten, die nach Indien importiert wurden. 

Tabelle 1: CCoE Zulassung für in Indien gefertigte Betriebsmittel
Tabelle 2: CCoE Zulassung für nach Indien importierte Betriebsmittel

Zoneneinteilung, Auswahl, Installation und Wartung von Betriebsmitteln

Tabelle 3: Zündschutzart und Zone

Zoneneinteilung 
Wie oben beschrieben, wurde die Petroleum Explosive Safety Organization mit der Durchführung zweier wichtiger Gesetze der indischen Regierung beauftragt, nämlich des Sprengstoffgesetzes (Explosives Act) von 1884 und des Erdölgesetzes (Petroleum Act) von 1934. Die drei wichtigen Sicherheitsvorschriften, die Petroleum Rules 2002, Static & Mobile Pressure Vessels Rules 1981 und die Gas Cylinder Rules 1981 fallen unter die Zuständigkeit der o.g. Gesetze. Diese Vorschriften regeln die Sicherheit verschiedener Tätigkeiten, wie das Raffinieren, die Handhabung und den Transport bis hin zur Lagerung von Erdöl und brennbarer Druckgase. Von den oben genannten Vorschriften sind die Petroleum Rules 2002 diejenigen, welche spezifische Anweisungen bezüglich explosionsgefährdeter Bereiche, deren Zoneneinteilung, der Ausdehnung dieser Bereiche und der Auswahl der Betriebsmittel zur Verwendung in den verschiedenen explosionsgefährdeten Bereichen enthalten. Diese Vorschriften werden in Verbindung mit der indischen Norm IS 5572 von 1994 ‹Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche (ausgenommen Gruben) mit brennbaren Gasen & Dämpfen in elektrischen Anlagen‹ angewandt, unter Heranziehung der Zoneneinteilung, welche auf der entsprechenden internationalen IEC-Norm basiert. 

Auswahl von Betriebsmitteln 
Die folgenden Informationen werden benötigt, um die richtigen explosionsgeschützten Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche auszuwählen: 

  • Zoneneinteilung des explosionsgefährdeten Bereichs
  • Temperaturklasse und Umgebungstemperatur 
  • Gasgruppe 
  • Allgemeine Umgebungsbedingungen 


Auswahl der Betriebsmittel nach Zone 
In Tabelle 3 ist zusammengestellt, welche Zündschutzart in welcher Zone verwendet werden darf. 

Installation von Betriebsmitteln 
Elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen müssen zusätzlich zu den entsprechenden Anforderungen für nicht gefährdete Bereiche die folgenden Anforderungen erfüllen. Das elektrische Betriebsmittel muss innerhalb der Bemessungsdaten für Spannung, Strom, Frequenz, Leistung und anderer solcher Kenndaten liegen. Es muss auch sichergestellt werden, dass die Temperatureinteilung des Betriebsmittels für die o.g. Kenndaten festgelegt wurde. Die Auswahl und Errichtung von elektrischen Betriebsmitteln erfolgt gemäß IS 5571- 2000 ‹Guide for selection of electrical equipment for hazardous areas‹ (Leitfaden für die Auswahl elektrischer Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche) in Verbindung mit IS 13408-1992 ›Code of practice for the selection, installation and maintenance of electrical apparatus for use in potentially explosive atmospheres (other than mining application or explosive processing manufacture)‹ (Verfahrensregeln für die Auswahl, die Errichtung und Wartung von elektrischen Betriebsmitteln zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen (mit Ausnahme von Anwendungen in Gruben oder in der Sprengstoffherstellung)). Im Folgenden ein paar zündschutzart- und produktspezifische Beispiele: 

  • Zündschutzart Druckfeste Kapselung Ex d Druckfest gekapselte Betriebsmittel mit Flach-Spalt müssen so eingebaut werden, dass sich keine festen Hindernisse in der Nähe der Spalte befinden. Der Mindestabstand beträgt für Gase der Gruppe IIA 10 mm, für IIB 30 mm und für IIC 40 mm. Der zünddurchschlagsichere Spalt muss gegen Korrosion und das Eindringen von Wasser geschützt sein. Silikonfett kann zum Schutz der Spalte gegen Korrosion verwendet werden. Um das Eindringen von Wasser zu verhindern, dürfen die Spalte nicht mit Klebeband abgedichtet werden. Die Verwendung einer Dichtung ist nur erlaubt, wenn dies ausdrücklich in der Zulassung und Betriebsmitteldokumentation genehmigt worden ist. 
  • Klemmen Alle Klemmen in Betriebsmitteln der Zündschutzarten Erhöhte Sicherheit, Eigensicherheit und Zündschutzart n müssen entweder separat oder zusammen mit dem Betriebsmittel zugelassen sein. 

Explosionsgefährdete Bereiche, wie Kohlebergwerke und andere Bergwerke, werden mit IS 9559-1980 ›Guide for selection of electrical and electronic equipment for coalmines‹ (Leitfaden für die Auswahl von elektrischen und elektronischen Betriebsmitteln für Kohlebergwerke) und IS 4501-1967 ‹Code of practice for installation and maintenance of Ex equipment in mines‹ (Verfahrensregeln für die Installation und Wartung von Ex-Betriebsmitteln in Bergwerken) abgedeckt. Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen müssen von einer Behörde, abhängig von der Art des explosionsgefährdeten Bereiches, zugelassen sein, wie der Chief Controller of Explosives (CCoE), Director General of Mines Safety (DGMS) oder Director General of Factory Advise Service and Labor Institute (DGFASLI). Wie bereits beschrieben, ist dies in Indien oft ein komplizierter und langwieriger Vorgang. 

Prüfung und Wartung von Betriebsmitteln 
Die grundlegenden Anforderungen an die Prüfung und Wartung von elektrischen Betriebsmitteln für explosionsgefährdete Bereiche werden in der indischen Norm IS 13408-1992 ›Code of practice for the selection, installation and maintenance of electrical apparatus for use in potentially explosive atmospheres (other than mining application or explosive processing manufacture)‹ (Verfahrensregeln für die Auswahl, die Installation und die Wartung von elektrischen Betriebsmitteln zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen (mit Ausnahme von Anwendungen in Grubenbauen oder in der Sprengstoffherstellung)) definiert. Die aktuelle indische Norm weicht in wesentlichen Teilen von den entsprechenden neuesten IEC-Normen ab. Sie dazu auch Tabelle 4.

Fazit

Das Bureau of Indian Standards BIS muss Arbeitsabläufe und Prozesse erarbeiten, um gültige internationale und IEC-Vorschriften und Normen ohne Änderung und Zeitverlust als indische Normen zu übernehmen. Es ist nicht sinnvoll, IEC Normen nochmals zu überarbeiten, nachdem sie schon auf IEC-Ebene von einem internationalen Experten-Gremium, in dem Indien Mitglied ist, überprüft, kommentiert, verändert worden sind, und dann über sie abgestimmt wurde. Die Rolle von ET 22 innerhalb von BIS sollte sein, die Entwürfe von IEC-Normen zu überprüfen und BIS sollte die Empfehlungen des ET 22 bei der IEC und den jeweiligen Normungssitzungen aktiv vertreten. Sobald die IEC-Norm weiterentwickelt und veröffentlich wurde, sollte diese dann auch ohne Änderung oder Verzögerung als indische Norm von BIS übernommen werden, um so die indischen Normen auf einen gemeinsamen Stand mit der internationalen Normung zu bringen. Für Indien ist es wichtig, die internationalen IEC-Normen zu übernehmen, ebenso wie die entsprechenden Arbeitsabläufe und Prozesse des in der Zwischenzeit fast weltweit anerkannten und angewendeten IECEx-Systems zur Konformitätsbewertung (IECEx-Scheme). Es ist empfehlenswert, dass die IEC-Normen, welche explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel und zugehörige Aspekte betreffen, ohne Änderungen als indische Normen übernommen werden, wie es beispielsweise in Europa unter CENELEC für die europäischen Normen geschieht. Dies würde die Akzeptanz indischer Produkte im Vergleich zu internationalen Produkten sichern und würde die Nachteile für indische Hersteller beseitigen, da dann indische und internationale Produkte und Hersteller auf einer Ebene stünden. Außerdem müssen die Richtlinien für die behördliche Zulassung von Einrichtungen in explosionsgefährdeten Bereichen überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden. Wie dargestellt, gibt es auch hier wesentliche Abweichungen zum IEC-System. Dies sollte in Zusammenarbeit zwischen dem BIS, den zuständigen Behörden, den Prüf- und Zertifizierungsstellen, den Anwendern und Herstellern geschehen. Ebenso sollten akkreditierte Prüfstellen, welche gemäß ISO 9000 zertifiziert sind, von der Regierung zur Prüfung solcher Anlagen zugelassen werden, und ihre Berichte über die Prüfung der Anlagen von den zuständigen Behörden akzeptiert werden. 

Tabelle 4: Liste der Indian und IEC Standards für explosionsgefährdete Bereiche