
Rechtsgrundlagen und Normen: Weltweit
Bereiche in denen Explosionsgefahr besteht, die zur Schädigung von Personen oder der Umwelt führen können, unterliegen in den meisten Ländern gesetzlichen oder vergleichbaren Regelungen. IECEx schafft als Zertifizierungsschema einen globalen Rahmen für die unabhängige Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Dienstleistungen im Bereich des Explosionsschutzes.
1. Allgemein
Für die weltweiten Normen auf dem Gebiet der Elektrotechnik ist die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) zuständig.
IEC-Publikationen, die sich mit dem Explosionsschutz elektrischer Geräte und Anlagen befassen, werden vom Technischen Komitee TC31 erarbeitet und sind mit Empfehlungen gleichzustellen, an denen sich die weitgehend alle Normen orientieren. Bis vor wenigen Jahren wurden Anforderungen für gasexplosionsgefährdete Bereiche in der Normenreihe 60079 und für Bereiche mit brennbarem Staub in der Reihe 61241 festgelegt. Da viele Anforderungen für beide Bereiche gleich sind werden beide Normenreihen unter der Reihe IEC 60079 zusammengefasst. Für einige Normen ist dieser Schritt bereits vollzogen, andere werden folgen.
Nationale Vorschriften können jedoch von diesen Normen abweichen. Aus diesem Grund muss geprüft werden, in welchem Umfang die IEC-Normen in den einzelnen Ländern angewendet werden können.
2. Einteilung der Bereiche
Die IEC schreibt für explosionsgefährdete Bereiche die Zoneneinteilung vor.
Gasexplosionsgefährdete Bereiche:
Zone 0*:
Bereich, in dem ständig oder langzeitig eine explosionsfähige Atmosphäre aus einem Gemisch von Luft mit brennbaren Substanzen in Form von Gas, Dampf oder Nebel vorhanden ist
Zone 1*:
Bereich, in dem damit zu rechnen ist, dass eine explosionsfähige Atmosphäre aus einem Gemisch von Luft mit brennbaren Substanzen in Form von Gas, Dampf oder Nebel bei normalem Betrieb auftritt
Zone 2*:
Bereich, in dem nicht damit zu rechnen ist, dass bei normalem Betrieb eine explosionsfähige Atmosphäre aus einem Gemisch von Luft mit brennbaren Substanzen in Form von Gas, Dampf oder Nebel auftritt, und wenn, dann nur selten und auch nur kurzzeitig
*Definitionen aus IEC 60079-10
Bereiche mit brennbarem Staub:
Zone 20*:
Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft ständig oder langzeitig oder häufig vorhanden ist.
Zone 21*:
Bereich, in dem damit zu rechnen ist, dass explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft bei Normalbetrieb gelegentlich auftritt.
Zone 22*:
Bereich, in dem bei Normalbetrieb nicht damit zu rechnen ist, dass explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft auftritt, wenn sie aber dennoch auftritt, dann nur kurzzeitig.
*Definitionen aus IEC 61241-10
3. Geräte
Die verschiedenen Methoden den Zündschutz bei Geräten zu gewährleisten werden als Zündschutzarten bezeichnet. Diese sind in den verschiedenen Teilen der IEC-Reihen 60079 bzw. 61241 beschrieben. Es handelt sich um Bauvorschriften, die in vielen Ländern anerkannt sind.
4. Errichtung und Betrieb
Für die Errichtung und den Betrieb elektrischer Anlagen hat die IEC verschiedene Normen erarbeitet:
IEC 60079-14: Projektierung, Auswahl und Errichtung elektrischer Anlagen
IEC 60079-17: Prüfung und Instandhaltung elektrischer Anlagen
IEC 60079-19: Gerätereparatur, Überholung und Regenerierung
IEC 60079-10: Einteilung der Bereiche – Gasexplosionsgefährdete Bereiche
IEC 61241-10: Einteilung von staubexplosionsgefährdeten Bereichen
5. IECEx
Die physikalisch chemischen Gesetzmäßigkeiten für die Entstehung von Explosionen, sind wie technische und organisatorische Verfahren und Maßnahmen, die zur Vermeidung von jenen genutzt werden können, trotz leichter Unterschiede, weltweit gleichermaßen gültig.
Daher lag es nahe, auch die Zulassungsbedingungen für elektrische Geräte einer weltweiten Regelung zu unterstellen und dadurch über länder- oder regionsneutrale Zertifikate den freien globalen Warenverkehr zu ermöglichen. Im Zuge dessen hat die IEC ein Verfahren eingerichtet, dass genau diese Vereinheitlichung als Ziel hat: Das IEC-Ex-Schema.
Weltweit gibt es bislang 34 anerkannte IECEx-Zertifizierungsstellen (ExCB = Certification Body) und 36 anerkannte IECEx-Testloboratorien (ExTLs), die nach hohen einheitlichen Maßstäben akkreditiert und regelmäßig überwacht werden.
Bei IECEx gilt, dass ein Zertifikat erst dann erteilt wird, wenn sowohl die Typprüfungen an Prüfmustern bestanden als auch das Vorhandensein eines wirksamen Qualitätsmanagementsystems durch ein Audit nachgewiesen wurde. Zur Zeit gibt es jedoch überall auf der Welt weiterhin eigene regionale und nationale Zulassungsverfahren, wie beispielsweise die ATEX Richtlinie im Gebiet der Europäischen Union oder nationale Zulassungen in den USA (UL, FM).
Nachdem man das IECEx Scheme zur Prüfung und Zertifizierung von Neuprodukten aufgebaut hatte, wurde ein weiteres wichtiges Gebiet des Explosionsschutzes mit einem geeigneten Zertifizierungsschema abgedeckt: die Wartung und Reparatur von explosionsgeschützten Geräten.
Diese Zertifizierungsverfahren wurde auf den Namen „IECEx Certified Service Facilities Program“ getauft.
Abhängig von den Wartungs- und Reparaturarbeiten, wird während eines Audits durch erfahrene Assessoren festgestellt, ob die erforderlichen persönlichen Kompetenzen bezüglich der Funktion des betreffenden Produktes und der verwendeten Zündschutzarten vorhanden sind, ob die richtigen Prüfeinrichtungen ausreichend zur Verfügung stehen, ob Identifikations- und Rückverfolgbarkeitsmaßnahmen festgelegt sind und so auch ausgeführt werden wie Unterauftragnehmer geschult und überwacht werden.
Die Basis für diese Bewertung legen die Normen „IEC 60079-19: Equipment repair, overhaul and reclamation”, das “Operational Document OD 013: IECEx Operations Manual – Assessment and Certification of Ex Repair and Overhaul Service Facilities” sowie das “OD 014: IECEx Operational Document: Quality System Requirements for IECEx Service Facilities involved in repair, overhaul and Modification of Ex Equipment“ fest.
In eine ähnliche Richtung zielt die dritte Komponente des IECEx Schemes, bei der es um die Zertifizierung der persönlichen Kompetenzen von Fachleuten geht, die in explosionsgefährdeten Bereichen tätig sind. Ebenso soll damit weltweit tätigen Betreibern eine Sicherheit gegeben werden, dass das eingesetzte Personal über die erforderliche Qualifikation und Erfahrung verfügt, um die verschiedenen, teilweise sehr komplexen Arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen richtig ausführen zu können.
6. Normentabelle
Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen | IEC | EN |
Allgemeine Anforderungen | IEC 60079-0 | EN 60079-0 |
Geräteschutz durch druckfeste Kapselung "d" | IEC 60079-1 | EN 60079-1 |
Geräteschutz durch Überdruckkapselung "p" | IEC 60079-2 | EN 60079-2 |
Geräteschutz durch Sandkapselung "q" | IEC 60079-5 | EN 60079-5 |
Geräteschutz durch Ölkapselung "o" | IEC 60079-6 | EN 60079-6 |
Geräteschutz durch erhöhte Sicherheit "e" | IEC 60079-7 | EN 60079-7 |
Einteilung der Bereiche - Gasexplosionsgefährdete Bereiche | IEC 60079-10-1 | EN 60079-10-1 |
Einteilund der Bereiche - Staubexplosionsgefährdete Bereiche | IEC 60079-10-2 | EN 60079-10-2 |
Geräteschutz durch Eigensicherheit "i" | IEC 60079-11 | EN 60079-11 |
Konstruktion, Prüfung und Kennzeichnung von elektrischen Betriebsmitteln | IEC 60079-15 | EN 60079-15 |
Geräteschutz durch Vergusskapselung "m" | IEC 60079-18 | EN 60079-18 |
Eigensichere Systeme | IEC 60079-25 | EN 60079-25 |
Betriebsmittel mit Geräteschutzniveau (EPL) Ga | IEC 60079-26 | EN 60079-26 |
Konzept für eigensichere Feldbussysteme (FISCO) | IEC 60079-27 | EN 60079-27 |
Schutz von Einrichtungen und Übertragungssystemen, |
| EN 60079-28 |
Geräte-Staubexplosionsschutz durch Gehäuse "t" | IEC 60079-31 | EN 60079-31 |
Prüfverfahren zur Bestimmung der Zündtemperatur | IEC 60079-4 |
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Prüfverfahren zur Bestimmung der maximalen Grenzspaltweite | IEC 60079-1-1 |
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Zündschutzart "pD" | IEC 61241-4 | EN 61241-4 |
Schutz durch Eigensicherheit "iD" | IEC 61241-11 | EN 61241-11 |
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Explosionsfähige Atmosphäre (Gas und brennbarer Staub) | IEC | EN |
Projektierung, Auswahl und Errichtung elektrischer Anlagen | IEC 60079-14 | EN 60079-14 |
Prüfung und Instandhaltung elektrischer Anlagen | IEC 60079-17 | EN 60079-17 |
Gerätereparatur, Überholung und Regenerierung | IEC 60079-19 | EN 60079-19 |
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Nicht-elektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen |
| EN |
Grundlagen und Anforderungen |
| EN 13463-1 |
Schutz durch schwadenhemmende Kapselung "fr" |
| EN 13463-2 |
Schutz durch druckfeste Kapselung "d" |
| EN 13463-3 |
Schutz durch Konstruktive Sicherheit "c" |
| EN 13463-5 |
Schutz durch Zündquellenüberwachung "b" |
| EN 13463-6 |
Schutz durch Flüssigkeitskapselung "k" |
| EN 13463-8 |